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reg. Energien I - Chancen oder Irrwege

Am Freitag hat im Café zum Gassal‘ ein Vortrag über „Erneuerbare Energiequellen“ stattgefunden. Referent war Wolfgang Scheibenzuber, der im siebten Semester Physik an der Universität Regensburg studiert. Initiiert wurde diese Veranstaltung von den unparteiischen Wählern, den Freien Wählern Pilsting. Aus der Sicht eines jungen und wissenschaftlichen Physikers ist die Problematik der schwindenden fossilen Brennstoffe, die Alternativen dazu und vor allem die Vor- und Nachteile der erneuerbaren Energiequellen dargestellt worden.

Das eigentliche Problem liegt darin, dass wir das Ende der fossilen Ressourcen bald erreichen werden, wenn wir unseren Standard weiterhin auf diesem Level halten wollen. Uns geht der Sprit aus! Und als weiterer Aspekt, der ganz oft als nicht so wichtig betrachtet wird, muss die Klimaerwärmung genannt werden. Es wird uns hier zu warm! Beweise für die wärmer werdende Welt liefern die rückläufige Menge an Gletschereis und der steigende Meeresspiegel.

Obwohl Prognosen aus verschiedenen Quellen sich in einem Punkt einig sind, nämlich dass in 50 Jahren die Spitze der Ölförderung erreicht sein wird, stammt nahezu der gesamter Energieverbrauch Deutschlands aus fossilen Brennstoffen, Öl beläuft sich auf stolze 34%. Erneuerbare Energiequellen sind nur mit unter 7% vertreten. Sie müssen aber in naher Zukunft die sich dem Ende zuneigenden fossilen Brennstoffe ersetzen. Mögliche und denkbare Lösungsansätze nützen Energie der Sonne, des Wind, der Erdwärme, von biologischen Stoffen und von Fusion bestimmter Stoffe. Doch muss die alternative Energieversorgung bestimmte Auflagen erfüllen: Energie muss bezahlbar bleiben und mit den fossilen Brennstoffen konkurrieren können, sie muss ständig verfügbar sein und sie muss mobil einsetzbar sein, um von A nach B zu kommen.

Beispiele, wie man die Sonnenenergie, die ja besonders in Wüstengegenden nahezu ständig verfügbar ist, sind Photovoltaik-Anlagen und Solarthermie. Beide Maßnahmen sind bisher aber noch nicht wirtschaftlich. Im Gegensatz dazu, rechnet sich die Nutzung von Windenergie bereits. Deutschland ist Weltspitze bei der Energieerzeugung durch Windkraft.
Ein etwas streitiger Punkt ist die Nutzung von Biokraftstoffen, da dies automatisch in Konkurrenz mit der Nahrungsmittelherstellung steht. Der Betrieb eines Autos mit Bioethanol könnte 18 Menschen ernähren. Außerdem ist die Energieertrag sehr gering und die CO2 Bilanz nicht gut. Besser scheint die Nutzung von Biogas, welches zum einen aus nachwachsenden Rohstoff hergestellt und zum anderen aus Wertstoffen wie z. Bsp. Gülle hergestellt werden kann. Biogas kann in Gasspeichern zwischengelagert werden.

Ausblicke für die Zukunft sind die Photobioreaktoren und die Fusionsenergie. Bei ersterem wird Öl dadurch produziert, dass gezüchtete Algen Photosynthese betreiben. Die Probleme bei der Energiegewinnung durch Verschmelzung von schweren Wasserstoff-Kernen zu Helium sind die Bedingungen, die der Sonne ähnlich sind: Extrem hohe Temperatur und hoher Druck. Beides wird noch erforscht und ist bisher nicht wirtschaftlich rentabel.

Als Beispielprojekt für einen weltweiten Energieverbund gibt es seit 2003 die "TREC" (Trans-Mediteranean Renewable Energy Cooperation, Club of Rome). An geeigneten Stellen, in Wüsten und an Küstenregionen werden entsprechende Wind- und Solaranlagen installiert. Über Hochspannungs - Gleichstrom Fernleitungen soll die Energie relativ verlustarm über sehr große Strecken nach Mitteleuropa übertragen werden. Dies ist jedoch auch eine Vision, denn eine politische Einigkeit wird es solange nicht geben, solange Erdöl von den Ländern verkauft werden kann.
Als umgreifendes Fazit kann man sagen, dass Energieversorgung ohne fossile Brennstoffe heute noch nicht möglich ist, noch großer Forschungsaufwand nötig ist, aber vielversprechende Technologien erforscht werden, wenn Märkte dafür geschaffen werden. Man erhält durch die frühzeitige Etablierung von alternativen Engergiequellen einen Vorteil.
